Sonntag, 15. Juni 2014

Sonntagsfreude

Nach einer Idee von Kreativberg

Da das Töchterle ja noch dieses Jahr achtzehn Jahre alt wird (!), hat sie vor ein paar Wochen begonnen den Führerschein zu machen. 
Mit einem Audi flitzt sie durch die Gegend und übt einparken und Notbremsung. 
Immer wieder kamen da auch Fragen an mich nach Vorfahrtsregeln, einfüllen von Kühlwasser und wohin machst du den Schulterblick, wenn du rechts abbiegst (?). 
Also, ganz klar, der Künstler und ich würden durchfallen, in Theorie und Praxis. 
Aber das Töchterle macht das ganz souverän und weiß auch schon, dass man sich beim abschauen nicht unbedingt an die Eltern halten sollte:)
Natürlich erlebten wir auch das eine und andere während unserer Fahrstunden und zusammen mit den Erlebnissen des Töchterle gab es hier manchen lustigen und unterhaltsamen Abend mit Fahrstundenanekdoten.
Seit Samstag ganz in der Früh ist das Töchterle für drei Wochen in England. Und nein, dass ist ganz gewiss nicht meine Freude diesen Sonntag. 
Denn ich vermisse sie natürlich ganz furchtbar und habe sie nur mit ein bis zwei Tränchen im Auge ziehen lassen. 
Aber drei Wochen ohne Fahrstunden und Übung im Auto, da waren sich das Töchterle und Fahrlehrer einig, das geht nicht gut. Und so hat sie der Fahrlehrer noch flugs zur praktischen Prüfung angemeldet. 
Am Freitag war es schon soweit, der Künstler, das Nesthäkchen, der dicke Hund und ich fuhren das Töchterle zum TÜV, wo die Prüfung starten sollte.
Welch eine Aufregung, für eine Mama fast so schlimm wie die eigene Prüfung. 
Denn obwohl das Töchterle alle einnimmt mit ihrem offenen, freundlichen Wesen und ihrem absolut entzückendem Aussehen (ihr seht, ich bin immer und immer wieder furchtbar verliebt in sie...Mama eben :)), und einen ganz wachen in die Welt blicken, hat so eine Fahrprüfung dennoch auch etwas mit Glück zu tun, nicht wahr? 
Der Künstler und ich sind, in Begleitung des Nesthäkchens im Tuch und dem dicken Hund an der Leine, spazieren gegangen. 
Das Töchterle sollte sich auf dem Telefon melden, wenn wir wieder kommen können. 
Auf Wunsch von ihr liefen wir schon vor der Prüfung los, den winkende Eltern hätten sie wohl beim losfahren etwas nervös gemacht. 
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite versteckte sich der Künstler hinter der Hecke und linste daraus hervor. Äh, Künstler, hast du vergessen, das die Ausfahrt des TÜV gegenüber der Einfahrt ist und das Töchterle dich beim ausfahren von hinten sehen kann, wie du an der Hecke stehst und recht auffällig auf die Straße schaust?
Schnell zogen wir weiter, führten den Hund Gassi, immer wieder aufs Taschentelefon schauend.
Recht nervös haben der Künstler und ich uns die ganzen Prüfungssituationen des Töchterle Revue passieren lassen: damals als sie alleine auf der Bühne stand und sang, Theater spielend, vor der Lehrerschaft eine Rede haltend, ihre Achtklassarbeit präsentierend und Eurythmie tanzend...
Was sollte da bei einer solchen kleinen Führerscheinprüfung schon passieren?
Und dann kam die Nachricht vom Töchterle: BIN FERTIG!
Oh oh, was dass wohl bedeutet? 
Wir haben zuvor ausgemacht, dass sie uns nicht schreibt ob sie uns bestanden hat oder nicht, sondern es uns doch lieber persönlich sagen möchte... Aber schwer auszuhalten! Nichts wie los, schnell zurück zum Töchterle!
Und da war sie, kam auf uns zugerannt und flog in meine Arme: Bestanden, fehlerlos Bestanden! 
Hach, es ist geschafft, das Töchterle darf Auto fahren.
Eltern, die hier lesen und kleine Kinder haben, glaubt mir, ich kann es genauso wenig glauben wie ihr, das meine Tochter jemals groß und erwachsen sein wird. 
Wegen mir hat das noch Jaaahre Zeit. 
Aber ein großer Meilenstein ist wieder überwunden und ich komme wohl nicht umhin mich an den Gedanken zu gewöhnen. 
Also mache ich das Beste daraus und freue mich auf die Zeit nach England, wenn das Töchterle mich durch die Gegend fährt! 
Eine echte Sonntagsfreude, meine Tochter fährt nun Auto! 
























                                               Dieses Foto, leider nicht mit dem Töchterle darauf, aber vom Töchterle gemacht!

3 Kommentare:

  1. ach wie fein!
    herzlichen glückwunsch dem so großen töchterle
    und dir fürs aushalten!

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  2. Herzlichen Glückwunsch dem Töchterle! Und den Eltern zu so starken Nerven :-)
    Alles Liebe Babsy

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